Für 2,5 Stunden war mein Traum vom Hammer-Job ein kleines Stückchen näher gerückt. Nach dem Abschicken meiner Blindbewerbung bin ich auf ein Stelleninserat eben dieser Firma gestossen. Optimistisch wie ich bin, hab ich mir gleich Chancen ausgerechnet...
Nach der Arbeit kam ich nach Hause und fischte den grossen Umschlag mit dem Vorgangs erwähnten Firmenlogo raus. Im beigelegten Brief wurde mir mit Bedauern mitgeteilt, dass mich die Herrschaften gerne an ein Vorstellungsgespräch eingeladen hätten, wenn ich für den Job sofort zur Verfügung stehen würde. Da ich mein Flugticket für die längere Reise aber bereits in den Händen halte, kommt dies gar nicht in Frage.
Wenn ich nicht verreisen würde, könnte ich an das Gespräch. Was allerdings nicht heisst, dass ich den Job bekommen würde. Vielleicht würde ich nach der Vorstellung gar nicht mehr dort arbeiten wollen. Eventuell würde man sich für einen besser geeigneten Kandidat entscheiden.
Wir hätten sie eingeladen, wenn... Die Zeile hallt noch immer in meinem Kopf.
Ich muss realistisch bleiben. Alles sehr vage und unsicher, so dass es sich für eine Träne nicht mal lohnt. Warum über einen Verlust trauern, wenn man noch gar nichts besass?
Das Leben hat dem Anschein nach etwas anderes mit mir vor. Ich bleibe gespannt.
ammedisli - 19. Mai, 11:41
Meine luftigen Röcke und farbigen Stoffhosen hängen frisch gebügelt im Schrank bereit. Die Sandaletten und Flipflops stehen in Startposition. Pinker Nagellack und Lidschatten in Pastell Tönen warten darauf aufgetragen zu werden. Im Tiefkühler stapeln sich Wasserglace und Eisstücke mit eingelegten Minzeblättern. Die Gartenstühle hab ich mit bunten Kissen geschmückt und den Tisch in ein türkisfarbenes Tuch gehüllt.
Es kann losgehen!
ammedisli - 18. Mai, 12:09
Hab soeben die Faithless – Greatest Hits eingeschoben. Die Beats von Insomnia, Salva mea und God is a DJ wecken in mir Erinnerungen an durchtanzte Nächte in der damaligen In-Disco Playa.
Das waren die Zeiten, wo ich meinen Vater mit Hundeaugen anbettelte, ich bräuchte UNBEDINGT sein Auto für Samstagabend. Nein, es werde keinen Alkohol getrunken, ich würde mich darauf achten keine Kratzer oder Beulen einzufahren, und nein, es werde nicht allzu spät...
Beim Eintritt auf die Tanzfläche waren alle Schulprobleme vergessen, alle Streitigkeiten mit den Eltern, alle gehässigen Wortgefechte mit der Grossmutter.
Und die nasale Stimme von Faithless-Sänger Maxi drang an mein Ohr, die Beats hämmerten, der Bass wummerte. Hände flogen in die Höhe und die Trockeneismaschine arbeitete auf Hochtouren. Schweiss rann und flog durch die Luft. Das Stroposkop gab sein Bestes und zauberte bizarre Bilder an die Wände.
Abtauchen. Nie mehr Auftauchen. Aus der Erinnerung.
ammedisli - 13. Mai, 16:41
Über den Himmel zogen noch vom Regen geschwängerte dicke, schwarze Wolken, während ein kalter Wind fette Tropfen aus den schweren Bäumen schüttelte. Wir entschlossen uns trotz allem mit dem Velo Richtung Hafenbecken zu radeln.
Am Rheinufer türmten sich Transportcontainer in verschiedenen Mustern. Die Farbe blätterte an manchen Stellen ab und einige Ecken und Kanten waren bereits rostzerfressen. Wegweiser halfen uns den Eingang einer unbenutzten Lagerhalle mitten im Hafenviertel zu finden.
In einem alten, abgestellten Waggon war eine kleine Kasse installiert, wo wir den Eintritt zur Hörspielnacht lösten. Der Stempel auf der Rückseite meines Handgelenkes berechtigte uns zur Empfangnahme einer dicken Militärdecke.
Die brauchten wir, denn die Lagerhalle war zwar hübsch dekoriert und mit schönen Lichtern ausgeleuchtet, aber ein kalter Wind zog uns um die Nase. In der Mitte des Raumes lagen schneeweisse Matratzen und Kissen und luden zum Kuscheln ein. Dick in die Decke gehüllt und den Kopf in eines der Kissen vergraben warteten wir gespannt auf den Beginn des ersten Hörspiels.
Die Stimmung war ausgelassen und in freudiger Erwartung nistete man sich auf der weichen Bettstatt ein. Ich kam mir vor wie bei einem Schülerausflug mit Übernachtung im Massenlager.
Wenn ich an die nass kalte Rückfahrt dachte, graute mir.
Augenschliessen und der samtenen Stimme des Geschichtenerzählers gelauscht.
Leider hatte ich von Dicki Dick Dickens, den Schreckmümpfelis und erotischen Kurzgeschichten nicht viel mitbekommen, denn die wohlige Wärme, die sich langsam in meinen durchgefrorenen Glieder ausbreitete, machte mich schläfrig.
Ein Erlebnis war es allemal!
ammedisli - 10. Mai, 13:23
Für Fans von Norah Jones, Carla Bruni und Co. Annett Louisan singt mit weiblich warmer Stimme wunderschöne Melodien und kecke Texte. Musik für den Sonntag Morgen Brunch mit Croissant und Milchkaffee.
http://www.citydisc.ch/music/detail.cfm?art_nr=9351283&lang=d§ion=&cat=
ammedisli - 6. Mai, 15:57