Freitag, 29. April 2005

Raus!

Draussen herrschen 21°C, stahl blauer Himmel, Vogelgezwitscher, hellgrün beblätterte Büsche und Bäume. Der Strom der nach Wochenende dürstenden Autos, der sich aus dem Industriegebiet wälzt und an der Stoppstrasse staut, ruft nach Feierabend. Ich will auch! Muss meinen Blick immer wider vom Bildschirm lösen und sehnsüchtig die schleppende Kolonne betrachten. Die Autos glänzen in der Sonne. Noch eine Stunde und 39 Minuten. Das schaff ich. Nicht wirklich produktiv, aber kann man mir das wirklich verübeln?

Mittwoch, 27. April 2005

Wie bringe ich einer langjährigen Freundin bei, dass ich nichts mehr zu tun haben will mit ihr?

Nein, sie hat mir nicht meinen Mann ausgespannt, sie hat auch nicht mit gespaltener Zunge hinter meinem Rücken über mich gelästert, hat mich nicht versetzt oder mir weh getan. Ich kann auch nicht sagen, dass wir uns auseinander gelebt haben, sie oder ich ein anderer Mensch geworden sind und wir uns daher nicht mehr verstehen.

Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass mir Susanne auch nach 12 Jahren noch immer fremd ist. Nur ganz selten scheint sie mich in ihr Vertrauen zu ziehen. Kurze Einblicke in ihr Innerstes gewährt sie mir nur ganz wenige und nur, wenn sie unter Zugzwang steht und nicht anders kann, als sich zu öffnen. Wenn mir Susanne von sich erzählt, dann läuft gemäss ihren Schilderungen immer alles toll bei ihr, wunderbar, reibungslos, ohne Probleme; sie hat einen tollen Job der sie fordert, einen tollen Freund, der ihr alle Freiheiten lässt, eine grosse Wohnung, in die sie all ihre Freunde einladen kann, ein tolles Verhältnis zur Familie, die im gemeinsamen Ferienhaus immer wieder tolle Parties veranstaltet etc. Ich hingegen sitze vis-à-vis und berichte von meinen Wehwehchen am Arbeitsplatz, meiner Mühe mit der noch immer aktuellen Abnabelung vom Elternhaus, meinem Unverständnis gewissen Macken meines Mannes gegenüber und anderen alltäglichen Reibungspunkten. Sie schaut mich dabei regelmässig mitleidig über den Rand der Kaffeetasse an und meint nur: von diesen Problemen hab ich auch schon mal gehört, eine entfernte Bekannte hat mir darüber berichtet.

Kommt dazu, dass mir plötzlich bewusst wurde, dass sie ihr Leben komplett nach den Vorstellungen ihrer Eltern und ihrem dominanten Freund lebt und dabei ihre Wünsche völlig in den Hintergrund schiebt. Um ihrer Familie zu genügen gefallen verzichtet sie auf so vieles, beklagt sich aber nie darüber.

Kann sein, dass ich das von mir Beobachtete nur in sie hinein interpretiere. Aber mein Bauch sagt mir, dass ich die sensible Susanne in den vergangenen Jahren doch immer wieder in den kurzen Momenten ein ganz kleines Stückchen hervorschimmern sah.

Susanne hat sich für diesen Lebensstil entschieden. Wenn ich ihr einen Spiegel vorhalte, wird sie nichts anderes darin erkennen, als ihr wunderbar perfektes Leben. Eine Konfrontation meinerseits würde nichts an unserem Verhältnis ändern ausser vielleicht Unverständnis und Enttäuschung ihrerseits.

Und so schlage ich den Pfad der Feigen ein: ich mache mich rar und lasse unsere Freundschaft im Sand verlaufen. Ich werde die schönen Momente in meinem Herzen bewahren und lasse Susanne zurück, in ihrer perfekten Welt.

Dienstag, 26. April 2005

Zürich by Mike

Nicht nur für Zürcher - auch für Basler ;-)

http://www.zueritipp.ch/dyn/zuerichbymike/ssi/index.html

Ich darf ja keinem erzählen, dass ich bis vor ein paar Minuten geglaubt habe, dass "Zürich by Mike" ein Stadtführer durch Zürich ist...

Entscheid

Wie weiss ich, dass ich eine Entscheidung richtig gefällt habe? Gibt es dafür so was wie die 3-Tage-Regel bei Dates? Äussert sich das mit einer plötzlichen Erkenntnis die vom Himmel zu fallen scheint? Oder festigt sich das Wissen auf leisen Sohlen und anschwellender Intensität?

Entscheidungen können in verschiedene Kategorien geteilt werden: Entscheidungen, die den weiteren Verlauf unseres Lebens bestimmen (Ja, ich will!). Entscheidungen, welche uns durch den Tag retten (Gähn, heute schlafe ich 1 Stunde länger). Entscheidungen, welche völlig unbedeutend sind, aber trotzdem gefällt werden müssen (Dann mach ich mich mal an das vom Chef verlangte Konzept ran).

Die Schwierigkeit liegt doch auch darin, heraus zuspüren, ob die anstehende Entscheidung wichtig ist oder nicht. Nun gilt es natürlich auch „wichtig“ zu definieren. Zwischen sehr wichtig, wichtig und weniger wichtig gibt es ja noch zig Schattierungen von wichtig (Kind oder Karriere, Ja zum Ausländergesetz oder Nein, Ballerinas oder Pumps)

Entscheiden kann man sich von Herzen oder mit Verstand (Entscheidungs-Matrix). Und dann gibt es ja noch das Bauchgefühl, auf das man immer als erstes hören sollte. Das entspräche dann wohl einer Mischung aus Gefühl und Logik.

Und wie steht es mit der Angst davor, Entscheidungen nicht mehr rückgängig machen zu können? Versuche ich etwa darum nach klugen Rezepten, die mir die Sicherheit geben, richtige Entscheide zu fällen?

Und was ist ein richtiger und was ein falscher Entscheid? Manchmal ergeben sich positive Sachen aus Entscheidungen, welche man in der Vergangenheit vermeintlich falsch gefällt hat – und umgekehrt.

Entscheide ich mich für oder gegen das Posten dieses Essays?

Montag, 25. April 2005

Rocky 10 - The Return

einfach urkomisch :-D

sound nicht vergessen:

http://theteatime.free.fr/talc/rocky.html

das macht doch lust auf speck-weg-training ;-)

Freitag, 22. April 2005

Perpetuum Mobile (?)

Und plötzlich fasst ein Rad in das andere und das Leben, das vorher stehen zu bleiben schien, beginnt sich wieder an zu Drehen. Erst ganz sachte, leise und langsam. Es braucht noch etwas Öl hier und da. Doch dann nimmt das Tempo zu.

Ich halte die Nase in den frühlingswarmen Fahrtwind und Schnuppere den Duft der Zukunft – es ist ein angenehmer Duft. Er weckt Hoffnungen. Endlich wieder Hoffnung und vor allem Zuversicht!

Ich klettere ganz nach Oben und kann kaum erwarten das Ziel näher kommen zu sehen. Heute ist es noch ein verschwindend kleiner Punkt in weiter Ferne aber ich weiss, dass er immer grösser wird, mit jedem Tag schöner und farbenprächtiger.

Und wenn er erst einmal in Reichweite ist, dann kann mich nichts mehr Halten.

Es dreht sich wieder, mein Leben.
logo

villa kunterbunt

buntes zum grauen alltag

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aktuelle Beiträge

..
Ein ganz interessantes Experiment.
Igelborste - 29. Jan, 08:55
Wolkenlos
Heute scheint die Sonne und morgen wird regnen. Tja....
Igelborste - 12. Dez, 09:59
Weihnachten
Weihnachtsmann im roten Anzug und mit dem falschen...
Igelborste - 5. Dez, 11:13
Mein kleiner Chemie-Kasten
Am Samstag Abend bei einem Glas Bier erzählte mir ein...
ammedisli - 4. Dez, 13:46
Es weihnachtet sehr
Nun steht die Frage wieder im Raum; dick und fett,...
ammedisli - 4. Dez, 13:31

Status

Online seit 7400 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Jan, 08:55

Australisches
Besuchtes
Cineastisches
Erlebtes
Gedankliches
Kreatives
Lesenswert
Mexikanisches
Musikalisches
Poetisches
pre-Australisches
Schmunzelndes
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren